Klimawandel – Untergang oder Chance?

Vor gar nicht langer Zeit wurde unter den Kommentaren eines Artikels darüber philosophiert, warum denn der Mensch ein derart zerstörerisches und egoistisches Leben führt. Die konsensfähigste aller Schlussfolgerung war, dass der Mensch „dumm“ sei. Die Dummheit der Menschen ist unermesslich – wie die Zerstörung, die sie anrichtet.

Ich habe den Anstoss aber dankbar aufgenommen. Seit geraumer Zeit denke ich regelmässig über das Dauerthema „Klimawandel“ nach. Die vor wenigen Wochen mehr oder weniger erfolglos beendete Klimakonferenz in Kopenhagen hat eine weltweite Bewegung auf den Plan gerufen. Die „Klimaretter“ fühlen sich nun endgültig bestätigt darin, dass sie kämpfen müssen. Sie müssen kämpfen dafür, dass die Staaten, die UNO und jeder einzelne den Klimawandel als primäres Ziel erkennen und all ihr Handeln auf die Verhinderung desselbe ausrichten. Sie protestieren überall auf der Welt und im Internet gegen die Ungläubigkeit und Ignoranz der Regierungen. Doch ich frage mich, was denn am Klimawandel so schlimm ist.

Folgen des Klimawandels

Dass sich das Klima verändert, ist unter Wissenschaftlern unbestritten. Ebenfalls unbestritten ist, dass der Mensch die Hauptschuld an der Geschwindigkeit und den Ausmassen dieser Veränderungen trägt. Weniger unbestritten ist jedoch die Art, wie er dies tut. Am plausibelsten scheint bis heute, dass das durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetze CO2 den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt. Wenn man die Bohrkerne aus dem „ewigen“ Eis untersucht, stellt man fest, dass die CO2-Konzentration in den letzen 200 Jahren massiv zugenommen hat und, dazu korrelierend, die Durchschnittstemperatur auf der Erde ebenfalls. Man spricht in diesem Zusammenhang von der so genannten „Hockey-stick-Grafik„.

Man geht, je nach Modell, Hemisphäre und Region von ganz unterschiedlichen Szenarien aus: Je nach Zusammensetzung der Daten und je nach angewandtem Modell schwanken die Ergebnisse der Simulationen um viele Grad Celcius. Mittelt man aber alle diese Daten, kann man davon ausgehen, dass die Oberflächentemperatur der Erde in den nächsten Jahren um 2 – 5 °C zunehmen wird.

http://en.wikipedia.org/wiki/File:Global_Warming_Predictions.png

Damit einhergehen wird u.a. das Abschmelzen der Polkappen, der Gletscher und des Permafrosts und damit eine Erhöhung des Meeresspiegels, eine Veränderung des Golfstromes und anderen Meeresströmungen und damit weiter eine komplette Veränderung der globalen Mikroklimata und Wetterphänomene. Wirbelstürme, Orkane und Flutwellen werden in anderen Regionen und Abständen auftreten, als sie dies heute tun. Mit der Veränderung des Meeresspiegels und der Niederschläge werden ganze Inseln und Landstriche unbewohnbar durch Überschwemmung oder Austrocknung. Durch das Abschmelzen des Permafrostes werden Bergrutsche bzw. Berstürze zunehmen. Durch diese Effekte werden sich zudem die Habitate aller Lebewesen dieser Erde verändern. Man geht heute bereits davon aus, dass Lebensräume sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 420 Meter pro Jahr bewegen werden. Damit verbunden ist das Aussterben abertausender Tier- und Pflanzenarten, denn wo auch immer diese Arten hinwandern, werden sie vom Menschen ausgerottet, wer will denn schon Tiere im Vorgarten oder Blumen auf dem Rasen? Zudem werden die typischen tropischen- und subtropischen Infektionskrankheiten immer häufiger auch in den gemässigten Zonen auftreten. Die Malaria-Mücke Anopheles wird schon heute vermehrt in Italien und in der Schweiz beobachtet. Von giftigen Spinnen und Schlagen gar nicht erst zu reden.

Doch wo liegt denn eigentlich das Problem? Es ist nicht die Tatsache, dass sich etwas verändert, sondern dass der Mensch auf diese Veränderungen reagieren wird: Millionen und Abermillionen von Flüchtligen werden gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen und in andere Gebiete zu migrieren. Die globale Wirtschaft und Bevölkerungsstruktur wird sich grundlegend verändern müssen. Und genau da liegt doch eigentlich die Angst: Wir werden unser altes Leben verändern müssen, wir werden intra- und intergesellschaftlich reagieren müssen.

Umsturz und Neubeginn

Die „Weltgemeinschaft“ wird eine schwere Herausforderung zu meistern haben und da ich den Optimismus in die Menschen täglich ein bisschen mehr verliere, sehe ich eigentlich nicht besonders rosige Zeiten für unsere Nachfolge-Generationen. Gigantische Einwanderungswellen in Zeiten immenser ökonomischer Flauten und Rezensionen, bedingt durch einen Einbruch der Erdölfördermengen, der Getreideproduktion und der zunehmenden Anzahl Kriege und Auseinandersetzungen. Die politischen Systeme werden zunehmend unter Druck geraten. Der heute bereits unterschwellig garende Krieg zwischen progressiven Kräften und den Konservativen wird entbranden, da von den Bevölkerungen der entwickelten Ländern vermehrt protektionistische Massnahmen gefordert werden. Man wird gezwungen sein, endlich final mit internationalen Organisationen zu arbeiten. Die Supernationalen Vereinigungen wie die EU werden zu Bollwerken gegen die Veränderungen der Welt, wie wir sie heute noch kennen. Europa und die USA werden wieder zurückgreifen zum Stacheldraht, anstatt von „Integrationsfachstellen“ zu reden und der Sozialdarwinismus wird vor dem Atheismus die neue Weltreligion.

So viel zum „worst case scenario.“ Doch warum heisst der Titel „Umsturz und Neubeginn“?

In diesen Zeiten der globalen Krisen der Wirtschaft, Gesellschaftswerten, Moral, Ehtik und sogar dem Altruismus werden viele Veränderungen notwendig sein, welche diese Welt schon lange nötig hätte.

  • Erneuerbare Energien: Anstatt weiterhin Erdöl zu verbrennen werden wir gezwungen sein, immer wie stärker auf alternative Energieformen zurückzugreifen. Die fossilen Brennstoffe und die Uranvorkommen werden eines Tages aufgebraucht sein oder die Menschen reagieren vorher, dass sie es lieber nicht bis zum bitteren Ende treiben sollten. Wind- und Sonnenergie werden ins Zentrum rücken und somit verändert sich die Zusammensetzung der Treibhausgase nicht mehr weiter.
  • Transportsysteme: Fliegen und Autofahren werden revolutioniert durch neue Techniken, welche den Ausstoss von CO2 und anderen schädlichen Umweltgasen auf ein Minimum reduzieren. Oder sie werden ganz verdrängt durch neue Formen des öffentlichen Verkehrs wie transatlantische Zuglinien, Untergrund-Bahnen (z.B. Swissmetro) oder Schwebebahnen, zusammen mit einem dichten Netz aus Tram- und Elektrobuslinien.
  • Ernährung: Anstatt Tonnenweise Fleisch herzustellen, wird die Landwirtschaft gezwungenermassen eine Neuorganisation erleben. Von der Gesellschaft bzw. von internationalen Organisationen kontrollierte Anbaubetriebe produzieren nur noch, was wirklich benötigt wird.
  • Wohnen und Leben: Passivhäuser aus Naturbaustoffen werden wieder ins Zentrum rücken. Von der Urbanisierung gälte es abzusehen.
  • Gesellschaft und Staat: Die Weltgesellschaft wird in regionale Gemeinschaften zusammengefasst, alte Hoheitsgebiete von alten „Völkern“ werden ihre Bedeutung verlieren, die politischen Systeme werden sich verändern. Ob die Demokratie den Klimawandel überlebt ist noch offen. Auf jeden Fall wird der Begriff „Volk“ nicht mehr verwendet werden, da sich die Ethnien mittlerweile derart durchmischt haben, dass eine Abgrenzung alleine aufgrund der geografischen oder kulturellen Herkunft nicht mehr weiter möglich sein wird.
  • Wissenschaft: Ein paar Leute wussten stets, was passieren wird. Und auf diese wird nun vermehrt gehört. Die Wissenschaft wird eine noch stärkere Position in der Gesellschaft einnehmen. Nach dem Motto „Wir wollen nie wieder einen Klimawandel“ wird nun ein ökologischeres Leben angestrebt – in Zusammenarbeit mit denjenigen, welche das System begreifen.
  • Finanzmarkt: Spekulationsgeschäfte auf lebenswichtige Ressourcen werden wohl nicht mehr möglich sein. Durch den Einbruch der Börsen aufgrund der Krisen wird man sich überlegen, ob es denn nicht sinvollere Geschäftsmöglichkeiten gäbe.

Dies ein paar träumerische Vorstellungen von der Zukunft der Welt. Achtung, bitte nicht verwechseln mit Optimismus. Dieser würde nämlich davon ausgehen, dass wir das Steuer noch herumreissen können, bevor alles bachab geht.

Bewegte Zeiten, in welchen wir leben.

Weblinks zum Thema Klimawandel

Fröhliche Weihnachten – Merry Christmas

Es ist wieder so weit. Die Welt feiert ein weiteres Jahr die Geburt Christi. Man scheut keine Kosten um dem Anlass gerecht zu werden. Neben dem Fest der Liebe ist es auch das Fest der Wünsche und der Ausgaben. Weihnachtsbäume, Geschenke und teure Essen und Parties. Man feiert als gäbe es kein Silvester.

Ich möchte die Gelegenheit aber dazu nutzen, auch einen bescheidenen Wunsch anzubringen.

Ich wünsche mir, dass die Menschen aufwachen!

Liebe Menschen. Öffnet eure Augen. Seht in die Welt und betrachtet die Schönheit und Perfektion dieses Planeten und was wir fähig wären zu erreichen. Und was wir stattdessen tun.

Wir nehmen uns alles was wir wollen ohne Rücksicht auf nichts. Wir zerstören unseren eigenen Lebensraum indem wir die Urwälder abholzen, die Flüsse kanalisieren, Tierarten ausrotten, das Meer verschmutzen und das Klima verändern. Wir konsumieren und produzieren alles im Übermass und ignorieren die Millionen Artgenossen, welche verdursten, verhungern und an Krankheiten sterben. Wir verbrennen alle fossilen Brennstoffe, spalten alles Uran und können uns nicht vorstellen, was wir damit wahrscheinlich alles zerstören.

Wir behandeln andere Menschen und Tiere in einer Weise, wie wir sie selbst nicht ertragen würden. Wir tragen Vorurteile, Hass oder Wünsche in uns, welche anderen Schaden zufügen können. Wir sind zu oft Egoisten ohne Blick für die Ausmasse der Dinge, welche wir mit unseren Handlungen auslösen.

Wir schätzen das Leben nicht dafür, dass wir es besitzen. Wir erwarten zu viel davon und lassen uns tagtäglich enttäuschen. Wir sollten es hinnehmen als das was es wirklich ist: Wir verweilen kurze Zeit in diesem gigantischen Ökosystem namens Erde und haben im Prinzip nichts davon. Entstanden per Zufall und ohne Sinn und Zweck. Wenn wir das annehmen, können wir frei werden – daran glaube ich ganz fest.
Akzeptiert, was wir sind und lebt eure Leben so, dass niemand dabei zu Schaden kommt. Nur so können wir die Welt erhalten, welche wir bevölkern dürfen!

English version on the next site…

weiterlesen ‘Fröhliche Weihnachten – Merry Christmas’

Protostomia nun mit eigener Domain

Ich freue mich, meinen Leserinnen und Lesern mitteilen zu dürfen, das „Protostomia“ ab sofort auch über die URL

www.protostomia.ch

erreichbar ist! Die alte Adresse (protostomia.wordpress.com) bleibt weiterhin erhalten.

Viel Spass beim weiteren Lesen!

Avatar

Eine Lobrede auf die Vorstellungskraft des Menschen und die (daraus resultierende?) Technologie

Soeben war es mir vergönnt, den Film „Avatar“ sehen zu dürfen. Leider nicht in 3D, aber dennoch bin ich begeistert, ja teilweise sogar überwältigt. Der Film strotzt neben technischer Perfektion und filmischer Innovation auch von absoluter Schönheit und starken Emotionen.

Im Prinzip dreht sich die Handlung darum, wie ein Querschnittgelähmter Navy-Soldat namens Jake Sully auf den Planeten Pandora geschickt wird, um dort den Avatar seines verstorbenen Bruders zu lenken. Ein Avatar ist die Nachbildung eines auf Pandora einheimischen Hominoiden Lebewesens namens „Na’vi“ auf der Basis menschlicher DNA. Der DNA-Spender kann diesen Avatar steuern und sich frei damit bewegen. Menschen können in der feindlichen Atmosphäre und in der grausamen Natur von Pandora nicht ohne Atemschutz und technische Schutzmassnahmen überleben.

Obwohl die Avatare eigentlich für einen wissenschaftlichen Zweck (=die Erforschung der Fauna und Flora) erschaffen wurden, erhält Jake von den militärischen Befehlshabern den Befehl, die Na’vi dazu zu bringen, ihren angestammten Lebensraum zu verlassen, damit die „Himmelsmenschen“, wie sie von den Na’vi genannt werden, die wertvollen Erzvorkommen unter dem „Baum des Lebens“ abbauen können.

Jake gelingt es, sich in den Clan einzuschleusen und wird dort in die Bräuche der Na’vi eingeführt. Er lernt, mit der feindlichen Natur in Einklang zu leben, Tiere zu reiten oder zu fliegen oder sich mit dem den ganzen Planeten durchwebenden Geist der Natur zu verbinden. Dies können die Na’vi mittels eines speziellen Auswuchses am Kopf. Sie können sich damit mit Tieren oder Pflanzen verbinden und diese „lesen und benutzen“.

Mir gefällt eigentlich genau diese Idee und ihre Umsetzung am besten vom ganzen Film. Man stelle sich eine globale Co-Evolution aller Lebewesen vor, nach deren Verlauf am Ende ein jedes Lebewesen mit dem anderen eine physische Verbindung herstellen kann. Die Fauna und Flora von Pandora sind mit einer ausserordentlich herausragenden aber denoch vollkommen konsistent kondensierten Phantasie entworfen. Der Film selbst ist eine Hommage an die Natur, die Schönheit, die Liebe und die zerstörerischen und sinnlosen Verhaltensweisen einer Art, welche nichts begreifen kann und will und im Glauben lebt, sich alles nehmen zu können, was sie will. Welche Art dies wohl sein könnte, darf jeder selbst herausfinden (Auflösung).

Je länger der Film dauert, desto besser beginnt man zu verstehen, warum diese vollkommen am Computer entstandene Produktion die wohl teuerste (aber wohl auch einträglichste) Produktion seit Erfindung des Films ist! Von mir definitiv eine 10 von 1o!

Und hier noch den offiziellen Weblink zur Internetseite des Films, Trailern, Postern usw.: www.avatarmovie.com

Das Geheimnis von Attraktivität

Schönheit kommt von innen?

Seit in mir das Interesse für das andere Geschlecht vorhanden ist, frage ich mich, wie Attraktivität und Schönheit zustande kommen und nach welchen Kriterien ich diese beurteile. Zudem fällt mir in letzter Zeit vermehrt auf, dass sich in meiner Gegenwart überwiegend attraktive Frauen aufhalten. Oder was macht es aus, dass mich gewissen Frauen absolut sprachlos machen während ich andere gar nicht wahrnehme? Weshalb spricht man(n) auf angeblich rein optische Reize dermassen stark an und was glaubt unser Unterbewusstsein, daraus herauslesen zu können? Und warum nehme ich die Frauen in meiner nahen Umgebung mit der Zeit als immer attraktiver wahr? Und vorallem: Was ist Attraktivität überhaupt genau?

Bild: Wenn man mehrere Gesichter mit einer Software übereinanderlegt und daraus ein Durchschnitssgesicht errechnet, ist dieses attraktiver als alle Einzelgesichter. Das heisst im Klartext: Je durchschnittlicher ein Gesicht ist, desto attraktiver ist es.

Physische Attraktivität

Die Attraktivitätsforschung geht davon aus, dass es ein „biologisches Schönheitsideal“ gibt, also ein ideale Zusammenstellung phänotypischer Merkmale, welche bei (heterosexuellen) Geschlechtspartnern universell als „schön“ bezeichnet wird. Experimentell ab besten abgesichert als Hauptkriterium ist die Makellosigkeit der Haut. Je glatter und feiner die Haut ist, desto „perfekter“ schätzen wir einen Menschen ein.

Bisher etabliert hatte sich zudem der Zusammenhang zwischen Hüft- und Taillenweite bei Frauen als universelles Attraktivitätsmerkmal. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass in allen Kulturen ein Taille-Hüft-Verhältnis (Hip-Waist-Ratio) von 0.7 das „attraktivste“ Verhältnis zu sein scheint. Neuere Studien deuten aber darauf hin, dass der Body Mass Index (BMI) schwerer gewichtet wird bei der Beurteilung von Attraktivität. Dieser hängt aber natürlich direkt mit dem Taille-Hüft-Verhältnis zusammen.

Bei Männern wird grundsätzlich die Körpergrösse als erstes Attraktivitätsmerkmal herangezogen. Doch die Beurteilungsweise von Frauen ist stärker an die hormonelle Konstitution gebunden als die von Männern. Jenachdem, wie nahe eine Frau dem Eisprung steht, bevorzugt sie andere Attraktivitätsmerkmale bei Männern. Grundsätzlich ist aber zu beobachten, dass Frauen stärkeren Wert auf auf „soziale Kriterien“ wie Status, Intelligenz und Charaktereigenschaften legen als Männer. Evolutionsbiologische Erklärungsversuche dieser Tatsache weisen auf die biologische Rollenverteilung hin, dass die Frau durch Schwangerschaft, Geburt und Nachwuchspflege grössere Schwierigkeiten hat, Ressourcen zu sammeln und abzulegen, wodurch sie einen verlässlichen und „produktiven“ Partner braucht, der dieses Manko ausgleichen kann.

Die Physische bzw. phänotypische Attraktivität ist hautpsächlich genetisch veranlagt. Doch Studien an eineiigen Zwillingen zeigen, dass die Umweltbedingungen ebenfalls einen Einfluss auf das fertige Erscheinungsbild haben.

Psychologische Attraktivität

Ungeachtet der rein biologisch determinierten Attraktivität hängt unser Empfinden von Schönheit zu einem sehr grossen Teil von erlernten (psychogenen) Verhaltensweisen ab. Wir lernen während unserer Kindheit und Pubertät, welche Merkmale einen Menschen als „attraktiv“ kennzeichnen. Diese Merkmale können auch reine Charaktereigenschaften sein, welche sich wie ein Filter über die objektive Wahrnehmung einer Person legen und sie als ganzheitlich attraktiv bewerten. Oft zu beobachten ist zudem eine frappante Ähnlichkeit zwischen dem Ehemann und dem Vater der Frau oder der Ehefrau und der Mutter des Mannes. Geht man diesem Phänomen auf den Grund, kann man folgendes feststellen: Kinder, welche ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern haben oder hatten, suchen sich bevorzugt Partner, welche ihrem gegenteiligen Elternteil ähneln. Haben Kinder jedoch ein schlechtes Verhältnis zu ihrem gegenteiligen Elternteil, ist der Partner oft das absolute Gegenstück zu den Eltern.

Die Tatsache, dass wir also auch Verhaltensweisen, Intelligenz und Charakterstärke als attraktiv beurteilen, erklärt mir, warum sich in meiner Nähe hauptsächlich wunderschöne Frauen aufhalten. Ich würde auf alle jener Wunderwesen der Natur die höchste Lobrede singen. Sie sind zwar alle bunt wie Kanarienvögel und entsprechen wohl nicht wirklich dem, was man gemeinhin einen „Partner-Stereotyp“ nennt, doch sie sind geistreich, interessant, witzig, erwachsen und besitzen moralisch gefestigte Werte. Ich lerne aus der gesamte Auseinandersetzung mit meiner Betrachtungsweise des anderen Geschlechts, dass ich wohl die psychologische Attraktivität höher gewichte als die rein physische Attraktivität. Und ich möchte gleich die Gelegenheit nutzen, jenen Damen einen Dank auszusprechen, dass sie mir tagtäglich das Leben erhellen und mich weiterhin an das Schöne und Gute im und am Leben glauben lassen!

Evolutionsbiologische Aspekte der Attraktivität

Das menschliche Schönheitsideal bzw. die Bewertung der Attraktivitätskriterien haben sich über Jahrtausende entwickelt und verändern sich ständig. Tatsache ist, dass durch die natürliche Evolution gewisse Indivuen mit besonderen Attraktivitätsmerkmalen auf dem Partnermarkt bevorzugt wurden und werden. So hat sich das menschliche „Durchschnitssaussehen“ über die Jahre immer verändert und somit auch die Idealvorstellungen und Prototypen bzw. Stereotypen. Und diese Entwicklung wird nie abgeschlossen sein. Der „durchschnittliche“ Mensch wird wohl in jedem Jahrhundert anders aussehen und man darf annehmen, dass die Evolution auch beim Menschen noch nicht ganz aufgehört hat.

Ein Englischer Evolutionstheoretiker namens Oliver Curry machte einst sogar die Voraussage, dass sich die Art Homo sapiens in zwei Unterarten (Subspecies) aufspalten wird, weil sich die Menschen immer wie mehr nur noch mit Individuen mit ähnlichem bzw. attraktivem Erscheinungsbild fortpflanzen. Im BBC-Artikel „Human species ‘may split in two’“ sagt er, dass sich eine hochgewachsene, athletische und nach heutigen Gesichtspunkten attraktive sowie eine kleinwüchsige und unattraktive Unterart bilden wird, wobei erstere die gesellschaftliche Oberschicht einnehmen wird und sich eine immer grössere Diskrepanz zwischen den Subspecies einstellen wird, bis wohl am Ende zwei neue Arten entstehen. Das Interessante an dieser Voraussage sieht man erst, wenn man sich einmal anschaut, wie sich die durchschnittliche Körpergrösse in den letzten Jahrhunderten verändert hat und wie sehr sich unsere Physiognomie bereits verändert hat. Man darf gespannt sein, wie die Menschen bzw. die Nachfahren der Menschen aussehen werden (die Möglichkeit eines dritten Weltkriegs o.ä. einmal ausgeschlossen).

Fazit

Die Schönheit uns Attraktivität eines Menschen wird simultan auf zwei Arten bewertet. Zum einen lesen wir die biologischen Merkmale aus Figur und Gesicht ab, zum anderen verbinden wir mit jedem Erscheinungsbild gewisse Erfahrungen, welche in die Bewertung einfliessen. Wir beurteilen also gleichzeitig die körperliche (biologische) und die geistige (psychologische) Schönheit und das finale Urteil wird von beiden Komponenten zusammen bestimmt. Somit kann ein Mensch auch nie ganz schön oder ganz hässlich sein, da jeder einzelne individuelle Kriterien besitzt, nach welchen er andere beurteilt.

Weblinks

Bedürfnisteiler/-innen

Es gibt Menschen, welche sich alle ihren Mitmenschen rund um die Uhr mitteilen müssen. Unabhängig von der aktuellen Situation können sie allen und jedem unverblümt sagen, was sie gerade beschäftigt, vor kurzem beschäftigt hat oder in naher Ferne beschäftigen wird. Sie zögern auch nie, einem Tipps oder Ratschläge zu geben, welche jeglicher Angebrachtheit und / oder Intelligenz entbehren. Hinzu kommt, dass diese Personen üblicherweise eine laute oder aufdringliche Stimme besitzen, welche man selbst aus Tausend anderen Stimmen heraushören kann. Ich nenne diese Subspecies des Menschen „Bedürfnisteiler“. Sie lassen sich also leicht erkennen, aber schwer meiden, da sie mit der Zeit eine verblüffende Immunität gegen gesellschaftlich etablierte Sympathie- und Antipathiesignale entwickeln und ihr Drang, sich mitzuteilen, sehr verhaltenssteuernd wirkt. Ähnlich wie Raucher oder Trinker unterliegt die soziale Kompetenz schnell der Sucht. Besonders gefürchtete Typen der Bedürfnisteiler/-innen sind die Liebeshungrigen, die Lernschwachen, die Anhedonisten und die Omnisapienten. Anbei ein kleiner Charakteisierungsversuch.

Liebeshungrige

Charakterisiert durch ein starkes Bedürfnis nach Liebe, insbesondere körperlicher Liebe, streifen sie wie weidwunde Raubtiere zwischen den Menschen umher und beziehen die Kraft für ihre Jagden aus den Gesprächen mit Mitmenschen. Sie erzählen von ihren Erlebnissen und ihren Wünschen und verzichten dabei meist auf das Anpassen der Sprache und Formulierungen auf ihre Zuhörer. In unverblümter Weise lassen sie ihre Umwelt an all den Dingen teilhaben, die sie erlebt haben oder gerne erleben würden.

Lernschwache

Jegliche Anforderung, welche an diesen Typ der Bedürfnisteiler gestellt wird, wir als Anlass genutzt, der ganzen Welt mitzuteilen, dass man sich nicht in der Lage sieht, alles zu lernen bzw. zu beherrschen. Die kleinste Lernaufgabe wird dazu genutzt, sich lauthals zu beschweren, wie immens der Lernstoff denn sei, wie kompliziert er aufgebaut ist und wie unnütz er ist. Ist der Lernstoff dann aber (gezwungenermassen) bewältigt, wird dies als Anlass genutzt, sich erneut ins Rampenlicht zu stellen.

Anhedonisten

Als Anhedonie wird die anhaltende Lustlosigkeit bezeichnet. Ich leite den psychologischen Fachbegriff nun eigenmächtig dahingehend ab, die ewigen Jammernden und Klagenden gemeinhin als Adhedonisten zu bezeichnen. Sie vermögen es, ununterbrochen ihre hochreine Unlust über sämtliche Geschehnisse, Personen, Anforderungen und Zwänge Kund zu tun und die Welt ununterbrochen wissen zu lassen, dass sie auf gar nichts Lust haben.

Omnisapiente

Der Begriff bedeutet übersetzt sinngemäss etwa „Alleswisser“ und meint in diesem Zusammenhang, dass es Menschen gibt, welche alles wissen bzw. im Glauben leben, dies zu tun UND jede Gelegenheit dazu nutzen, ihrer Umwelt mitzuteilen, dass sie dies tun. In ihrer Gegenwart darf nie eine Frage oder ein offen formulierter Satz fallen, denn sie wissen stets, etwas zum Gespräch beizutragen. Oftmals sind diese Menschen schnell etikettiert und werden später geschickt als „lebende Lexika“ verwendet. Dies deuten sie zum Glück der anderen als Form der Zuneigung und lernen erst Jahrzehnte später, dass solche eigentlich anders aussieht.

Zusammenfassung

Es gibt vier taxonomische Begriffe, unter welchen sich die Bedürfnisteilerinnen und -teiler zusammenfassen lassen. Menschen, welche sich anderen mitteilen, sind aber nicht sofot zu charakterisieren. Meiner Ansicht nach lässt sich ein Mensch erst dann unter einen dieser Begriffe stellen, wenn die Frequenz der charakteristischen Handlung auf etwa Eins pro 10 Minuten steigt. Zudem gilt zu erwähnen, dass das Verfassen von Blogs, Tagebucheinträgen oder ähnliche schriftliche Formen des Mitteilens nicht ausschlaggebende Charakteristika sind, weil diese Formen eben gerade dazu dienen, den allfällig interessierten die Wahl zu geben, weiter zu lesen oder die Mitteilung zu ignorieren. Somit ist das finale Kriterium für die Zuordnung eines Menschens zu den Bedürfnisteilern die Tatsache, dass diese keine Rücksicht auf das Interesse ihrer Umwelt nehmen.

Ja wer denn bloss?

Liebe Leserinnen und Leser

Immer und immer wieder versucht man, mir zu entlocken, von wem denn immer die Rede sei und warum ich denn gerade diese Person so schätze und warum ich sie denn nicht dieses oder jenes mache, um sie zu erobern. Ja liebe Kinder, es ist doch alles gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen könnte. Hier ein paar kurze Stellungsnahmen ohne Anspruch auf befriedigende Antwort auf alle Fragen.

1. Wen meinst du eigentlich in deinem Blog?

Gerade diese Frage nicht zu beantworten ist Teil der Erfüllung, welche mir das Bloggen bereitet. Die letzte Sicherheit werde ich höchstens dem betreffenden Wesen zukommen lassen – und zwar persönlich. Für alle anderen, bleibt die Unsicherheit. Und das macht, dass zumindest Reste meines Selbstbewusstseins noch ein bisschen länger überleben als der andere, leider überwiegende Teil, welcher schon die letzten Phasen nicht überlebt hat.

2. Was schätzt du denn so an ihr? Du schreibst gar nichts dazu…

Dass ich nichts konkretes schreibe hat zwei Gründe: 1. Wer weiss denn schon, welche Personen sich hinter den anonymen Besucherzahlen verstecken und 2. wäre es für sie sicher nicht angenehm, auf etwas angesprochen zu werden, was sie entweder gar nicht mitbekommen hat oder gar nichts damit zu tun haben möchte (was immerhin sehr wahrscheinlich ist).

Damit aber nicht der Eindruck entsteht, ich wüsste nichts über sie zu schreiben, möchte ich mich doch dazu hinreissen lassen, ihren wunderschönen Augen, ihrem glänzenden Haar, ihren eleganten und geschmeidigen Händen, ihrem vollendeten Seitenprofil und ihrem wahrhaft gewinnenden Lachen einen Kranz der Bewunderung und Wertschätzung zu winden. Sie erleuchtete mir jeden Tag, an dem es mir bisher vergönnt war, in den Strahlen ihres Angesichts zu baden und mich durch ihre blosse Existenz glauben zu machen, das Leben sei doch nicht ganz für die Katz ;-)

3. Ja warum ladest du sie denn nicht einmal ins Kino ein?

Liebe Leute. Abgesehen davon, dass mir die rein technischen Aspekte der postmodernen Balzrituale des Menschen bekannt sind, bin ich ein sehr schüchternes und ängstliches Wesen. Der blosser Gedanke, sie direkt anzusprechen lässt mich schaudern und schwitzen und wer mich kennt, weiss wie meine Bewegungen und meine Mimik sich verändern, wenn ich mich verkrampfe. Und das ist definitiv kein schöner Anblick!

Deshalb: Es gibt Gründe dafür, dass ich einen Blog schreibe anstatt andere Dinge zu tun, welche euch allen soooo einleuchtend und einfach erscheinen. Bitte passendes Smiley auswählen:  :-) oder :-( oder ;-)

Murphy’ Laws und die Liebe

Bei meinen Recherchen betreffend der Liebe stiess ich – wie könnte es auch anders sein – auf die „Murphy’s Laws Site“. Aufgelistet nach Themenbereichen findet man jede Menge Gesetze über die unterschiedlichsten Lebenssituationen und somit auch zur Liebe.  Bei der Betrachtung der „Liebesgesetze von Murphy“ musste ich natürlich feststellen, dass 99% aller Gesetzesartikel auf mich zutreffen. Hier eine kleine Auswahl, für die vollständige Liste betrachte bitte die „Murphy’s Laws Site“. Aufgrund der herausragenden Prägnanz der englischen Sprache verzichte ich darauf, sie zu übersezten (vorallem aber deshalb, weil dieses Unterfangen so oder so in die Hose gehen würde).

  • All the good ones are taken.
  • If the person isn’t taken, there’s a reason.
  • The amount of love someone feels for you is inversely proportional to how much you love them.
  • Every kind action has a not-so-kind reaction.
  • If it seems too good to be true, it probably is.
  • Nothing improves with age.
  • Never sleep with anyone crazier than yourself.
  • Love is a hole in the heart.
  • If the effort that went in research on the female bosom had gone into our space program, we would now be running hot-dog stands on the moon.
  • Love is the triumph of imagination over intelligence.
  • Thou shalt not commit adultery…..unless in the mood.
  • Never lie down with a woman who’s got more troubles than you.
  • Abstain from wine, women, and song; mostly song.
  • Never argue with a women when she’s tired — or rested.
  • A woman never forgets the men she could have had; a man, the women he couldn’t.
  • Love comes in spurts.
  • Smile, it makes people wonder what you are thinking.
  • „This won’t hurt, I promise.“
  • The Key to a woman’s heart is an unexpected gift at an unexpected time.
  • The two thing no man can ever understand; Women and what makes all men complete damm fools over women.
  • Being taken attracts women. Being single makes them avoid you like the plague.
  • In the eternal battle of the sexes, women are already the winners.
  • If you go behind a girl you are heading to trouble.
  • The man shalt not win the argument he started
  • The man shalt not win the argument he didn’t start
  • If a man won an argument, it was just in his head
  • The ABC rule:
    If A is attracted to B, and you are attracted to C, A has a better chance with B than you do with C.
    B and C are often the same person.
  • If a girl tell you „let’s stay friends“, she won’t call ever again. If you call, she won’t answer.
  • You’ll always catch fever before the first date.
  • Being honest with someone will always turn that person into an enemy.
  • When you’re girlfriend says that you have to talk the relationship is over.
  • Women are like boats: they require constant maintenance and attention, and they cost a lot of money.
    Men are like busses: another one will eventually come along.
  • The partner you want don’t want you. The ones that want you are not made for you.
  • The perfection of a person is proportional to how much you love him/her.
  • To get your significant other you need: Time. Money and Energy.
    The sum of the three is constant.
    If you are short of one of them, you need quite a lot of the remaining two.
    If you are short of two of them, you need tremendous amount of the remaining one.
    If you are short of all the three, no hope.
    Otherwise the result is always success.

Und zu guter Letzt das wohl wichtigste Gesetz aller Gesetze: Never, never fuck with Mrs. Murphy!

Nichts neues aus der Aula…

Wer die bisher tragikomische Geschichte der BesetzerInnen der Universität Basel mitverfolgt konnte heute erfahren, dass die Besetzung neu gestartet wurde. Was genau passiert ist im Kollegiengebäude, kann noch niemand sagen. Man hält sich mit bedeckt und kommuniziert nach aussen. Auf jeden Fall geht die ganze Geschichte offensichtlich weiter. Ich hoffe und wünsche den BesetzerInnen, dass sie die letzten zwei Wochen dafür genutzt haben, sich konkret mit der Zukunft der „Bewegung“ auseinanderzusetzen und diese Tage mit einem dicken Dossier aufzuwarten. Das Gefühl sagt mir aber leider, dass dem nicht so sein wird. Es wird wieder jede Menge Pleni, Konzerte und Volksküchen-Events geben, konrete Dinge werden aber noch lange auf sich warten lassen.

Ich wiederhole an dieser Stelle nochmals jene Dinge, welche von den Skeptikern an „Unsere Uni Basel“ gerichtet werden.

  1. Kommuniziert öffentlich! Twitter ist nur ein Supplement für das Campaigning, nicht mehr und nicht weniger.
  2. Liefert Namen und Gesichter der Verantwortlichen! Wieso müsst ihr euch verstecken?
  3. Formuliert endlich Thesenpapiere und Konzepte! Jede eurer Forderungen muss separat ausformuliert und konzeptuell aufgegleist werden.
  4. Erstellt einen Zeitplan, nach dem ihr vorzugehen gedenkt! Sonst endet es wieder in nüchternem Schulternzucken.
  5. Stoppt die „Besetzung“. Es gibt genug Räume, welche ihr benutzen könnt, ohne den Betrieb unnötig zu stören.
  6. Findet euch damit ab, dass ihr nicht alle Studierenden vertretet. Die Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät sowie die Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät werden nicht euer werden solange ihr euch nicht strukturiert.
  7. Arbeitet mit der skuba zusammen! Sie haben die Mittel, den Protest zu unterstützen.
  8. Separiert eure Forderungen. Solange man euch nur über die Gesamtheit der Ideen identifizieren kann, werden zu viele Einzelpersonen sich dem Protest nicht anschliessen können.

Soviel dazu. Freue mich ausserordentlich darauf, wieder mehr von euch zu hören. Vorallem bin ich gespannt darauf, wie die Gewerkschaftsarbeit vorangeschritten ist!

PS: Hier noch ein paar nützliche Links für diejenigen, welche sich wundern, nicht Ernst genommen zu werden:

Gewollt werden…

Ich hatte kürzlich ein sehr interessantes Gespräch mit einem Freund, in welchem es (u.a.) darum ging, mit welchen Vorgehensweisen man jemanden beeindrucken und von sich überzeugen kann. Auslöser für diese Überlegungen waren – wie könnte es auch anders sein – meine Fragen bezüglich dem weiteren Vorgehen in Sachen „Angebetete“. Die Weisheiten meines Freundes waren überwältigend. Obwohl er sich seit Jahren in einer stabilen Ehe befindet, sind seine Vorstellungskraft und Phantasie noch immer voll da und bereit, Schüler auf ihren Weg vorzubereiten. Beinahe beängstigend genial erscheinen seine „Pläne“ und Ideen. Doch stellt sich mir die Frage, warum wir uns überhaupt Gedanken darüber machen müssen, wie wir jemanden von uns überzeugen können? Warum können wir nicht einfach uns selbst sein und es darauf ankommen lassen? Wäre das nicht erfolgreicher? Oder bedeutet das Anwenden von „Rezepten“ etwa gar nicht, dass wir uns verstellen, sondern bloss, dass wir uns idealisieren?

Abgesehen davon, dass sowieso jeder ganz andere Vorstellungen davon hat, wie man jemanden für sich gewinnen könnte existieren Millionen guter Ideen, sich attraktiv zu geben und die gewünschte Person zu „becircen“. Doch eigentlich basieren all diese Spiele, Tricks und Tipps gar nicht auf Erfolgsrezepten. Vielmehr sind sie Ausdruck des Wunsches, von jemandem geschätzt oder geliebt zu werden für Fähigkeiten oder Eigenschaften, welche man sich selbst zuschreibt oder gerne zuschreiben würde. Wenn wir jemanden von uns überzeugen wollen, überlegen wir uns folgende zwei Dinge:

  1. Welche meiner Eigenschaften kann ich enstprechen polieren und verfeinern, sodass ich damit immer und überall punkten kann?
  2. Welche meiner Eigenschaften könnten beim Gegenüber auf Resonanz stossen und wie kann ich Situationen herbeiführen, in welchen ich diese Eigenschaften immer und immer wieder zeigen kann?

Um beide Fragen beantworten bzw. danach handeln zu können, müssen wir uns selbst genau kennen. Wir müssen wissen, wo unsere Stärken und Schwächen liegen und welche von diesen wir akzeptieren, verändern, loswerden oder verbessern können. Man ist grundsätzlich von jenen Menschen beeindruckt, welche immer sich selbst sein können und denen alle Dinge leicht fallen. Es sind Menschen, welche geistreich und geschickt sind. Oder Menschen, welche sich mit ihrer Erscheinung wohl fühlen und natürlich wirken in allem was sie tun. Doch das Problem mit diesen Dingen ist, dass wir viele davon nicht bewusst steuern oder auslösen können. Sie kommen mit der Zeit und hängen sehr stark davon ab, wer in unserer Nähe ist bzw. mit wem wir verkehren. Und genau da liegt das Problem: Wenn wir jemanden (z.B. SIE) beeindrucken wollen bzw. erreichen wollen, dass sie einem mag, dann versuchen wir krampfhaft, diese Dinge zu zelebrieren – und das geht natürlich in die Hose. Denn es ist nicht ehrlich oder konsistent, wir verhalten uns dann wie ein Chamäleon, welches sich stets so anpasst, damit es die grösstmögliche Aufmerksamkeit erhält.

Ich bewundere Menschen, welche „konstant leben“ können und nach Aussen hin immer etwa gleich erscheinen. Sowohl bei vieler meiner Freunden als auch bei IHR sehe ich diese Eigenschaft: wenn man diese Menschen sieht – egal wo und wann das ist – man weiss einfach immer, wie sie auf die unterschiedlichsten Dinge reagieren werden oder welchen Platz man neben ihnen einnimmt bzw. einnehmen kann. Sie sind wie Sonnen, um die ich kreise und versuche, meine Bahn zu stabilisieren. Es spielt dabei nicht einmal eine entscheidende Rolle, wie sich diese Konstantheit äussert, ob in Schüchternheit oder Extrovertiertheit, entscheidend ist eigentlich, dass wir uns in der Gegenwart dieser Person wohl fühlen. Ich glaube, dass ist das Geheimnis von omnipräsenter und anhaltender Attraktivität: Je stabiler wir in uns und gegen Aussen erscheinen, desto „berechenbarer“ sind wir und je leichter man abschätzen kann, wie jemand tickt, desto leichter erkennen wir, dass jemand attraktiv ist – oder eben nicht! Die Pheromone bzw. Hormone erledigen dann eigentlich nur den Rest und bringen das Hirn dazu, sich auf die entsprechende Person zu konzentrieren (anstatt auf’s Lernen oder Arbeiten).

Anbei ein Comic, welchen ich per Zufall entdeckt habe, welcher eigentlich nicht hierhin gehört, aber dennoch lustig und passend erscheint :-)

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Zitate

"Why do all the girls I like think of me as just a friend? And why isn't there a term to describe that relationship?" -Plato

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