In der bald neu erscheinenden Gesamtausgabe der “Sammlung neuer deutscher Wortschöpfungen” wird das erste Mal das Wort Mayorismus verzeichnet sein. Aus gut bestätigten Quellen wurde mir folgender Artikel zugetragen:
Mayorismus: Hochspezifisches Verhaltensmuster einer Person, welches dazu benutzt wird, eine heterogene Gruppe von Menschen unterschiedlichster Couleur mit bestimmten Schlüsselreizen auf die eigene Persönlichkeit, Art und /oder Erscheinung zu konditionieren. Unabhängig vom Grad der Unterschiedlichkeit der Menschen in dieser Gruppe vermögen mayoristische Mechanismen im Kollektiv sehr umfassend und durchdringend auf jeden einzelnen zu wirken, da der Effekt durch zunehmende Anzahl Personen wächst. Ein Mensch, welcher diese Technik beherrscht wird entweder Mayorist, Mayoreur oder kurz Mayor genannt.
Üblicherweise findet man diese Form des Verhaltens bei Lehrern oder anderen Berufsgruppen, welche die Möglichkeit haben, sich regelmässig vor anderen Menschen zu positionieren und diese durch ein Machtverhältnis dazu gezwungen sind, die Konditionierung zu ertragen. Besonders signifikant scheint das Auftreten des Mayorismus in Hochschulen.
Mayorisierte Personen werden, wenn sie den Schlüsselreiz vernehmen, sofort an Situationen und Gefühle (oft negative) erinnert und können so leicht abgelenkt werden. Zudem reagieren sie viele Jahre lang noch auf die Schlüsselreize. Diese sind im Allgemeinen hochspezifisch und lassen sich hier nicht umfassend beschreiben. Viel genutzte Möglichkeiten sind Form und Inhalt der Begrüssung und hochrepetitive Sätze mit stark moralisierendem und / oder niederschmetterndem Inhalt (z.B. ständige Hinweise auf die Tatsache, dass man den eben erst gehörten Stoff theoretisch bereits blind zu beherrschen hat).
Mir persönlich fehlen dieser Erklärung noch ein paar Punkte (z.B. die regelmässige Verwendung von Humor um Gruppendynamiken durch allgemeine Heiterkeit aufzulösen um danach umso härter zuschlagen zu können), aber alles in allem scheint mir die Materie gut erfasst und verhältnismässig gut ausgedrückt. Mal schauen, wie der definitive Artikel dann aussieht.
Nachtrag:










Man stelle sich den züricher(??) Akzent bitte selber vor:
“Guten morgen meine sehr veehrten Damen und Herren, ich hoffe Sie hatten ein angenehmes Wochenende und wir können sogleich in die hochspannende Thematik der Thermodynamik eintreten”
+ quergestreifte Pullover und T-Shirts, bevorzugt zweifarbig (und wenn mal nicht, dann ein weißer Pulli mit einem hindurchscheinenden gestreiften T-Shirt)
… Das ist drei Jahre nach der Majoristischen Prägung in meinem Hirn noch immer allgegenwärtig
http://photos-h.ak.fbcdn.net/photos-ak-sf2p/v361/36/75/1441473680/n1441473680_30115905_8888.jpg
Danke
Copyright liegt natürlich bei mir