Das Ende einer Beziehung – vorallem einer intensiven Beziehung – ist sehr schmerzhaft und unangenehm. Man verliert einen Teil seiner Selbst und kann sehr stark an der Welt und am Leben zu zweifeln beginnen. Doch mit der Auseinandersetzung, mit dem Prozess der Verarbeitung tauchen jede Menge unbeachteter Aspekte einer Partnerschaft auf.
In unzähligen Gesprächen mit Freunden und Bekannten – vorallem gemeinsamen Bekannten, tauchen plötzlich Dinge auf, denen man sich all die Zeit nie bewusst war. Allgemein formuliert gibt 3 mögliche Szenarien.
- Die absolute Asympathie gegenüber der Ex wird zum Ausdruck gebracht. Man habe sie nie gemocht, eher verabscheut. Sie sei in soundsovielen Belangen einfach seltsam und abnormal und besonders attraktiv sei sie ja auch gewesen usw. All die Zeit ist einem aber nicht aufgefallen, dass die besten Kollegen solch starke, negative Gefühle für sie hatten.
- Eine kleine Psycho-Analyse wird aufgestellt. Gerade Leute, welche die Ex schon länger kennen, wissen plötzlich tausend Dinge, welche einen Einfluss auf ihre Verhaltesnweisen haben können. Auch ehemalige Arbeitskollegen wissen von vielen Momenten, in denen vorher schon klar wurde, dass sie Parter und Freunde so behandeln würde, wie sie es tat. Der Standard-Satz lautet “Das ist wieder einmal typisch…”
- Neueste Erkenntnisse oder Erlebnisse mit ihr werden erzählt, inkl. Analyse und weiterführenden Vermutungen. So hat man sie hier oder dort gesehen oder man weiss, dass sie nun dieses oder jenes macht. Als speziell wertvoll wird Wissen über das Privatleben erachtet. So erfährt man ganz seltsame Dinge über den Ex-Partner und ist sich am Ende plötzlich selbst nicht mehr so sicher, warum man diese Person überhaupt geliebt und geachtet hat.
Auf was ich eigentlich herausmöchte, ist die Tatsache, dass wir uns und andere immer anders wahrnehmen, als unser Umfeld. Ein jeder sieht in einem Menschen andere Facetten und Eigenschaften, die einem anderen komplett verborgen bleiben. Aber auch die Bewertung von Verhaltensweisen und Aussagen ist bei jedem Menschen verschieden. Der eine verfällt der “eigenständigen und offenen Art” eines Menschen, ein anderer erkennt sie als “Geltungsdrang und Unfähigkeit zur Kooperation mit Autoritätspersonen”. Einer sieht eine wunderschöne Frau mit Ecken und Kanten, der andere sieht die hässlichste Person, die er je gesehen hat. Einer liebt die stolze, selbstbewusste Art, ein anderer beurteilt diese als arrogant, snobbish und egoistisch.
Man sieht sich selbst und die Menschen, die man liebt, durch eine Brille, welche alles negative ausblendet. Man beurteilt sich und Geliebte anders, als dies das “neutrale” Umfeld tut. Wirklich krass ist zudem, dass man nach einer gewissen Zeitspanne bemerkt, dass alle Freunde und Kollegen – ja selbst die Familie – versucht haben, einen zu warnen und zu beschützen. Es war nicht Ignoranz oder pure Boshaftigkeit, es waren gut gemeinte Hinweise und Ratschläge. Es waren vorsichtige Hinweise darauf, dass man einem Menschen verfällt, welcher noch ganz andere, dunkle und problematische Seiten besitzt.
Fazit: Der Eindruck von Freunden kann (aber muss nicht) sehr hilfreich sein bei der Beurteilung einer Partner- oder Freundschaft. Freunde können einem Dinge sagen, welche man selbst nicht erkennen kann. Man muss diese Ratschläge offen aufnehmen und nach dem Hören entscheiden, was man darüber denkt. Bei Hinweisen zu den eigenen Verhaltensweisen ist es ja eigentlich dasselbe. Wir brauchen Lehrer, welche uns zeigen können, wo das Eis dünn und wo es begehbar ist.
Finale Erkenntnis: Sei offen und ehrlich und versuche stets, in Entscheidungs- und Gefühlsprozessen alle Informationen einzubeziehen, welche du erhalten kannst. Und auch wenn es schmerzhaft sein sollte – nur nach einer wirklich umfassenden Analyse ist es möglich, mit gutem Gewissen voranzuschreiten.









Cooler Blogbeitrag!
nur eine Frage, ist die Tatsache, dass wir die Menschen die wir lieben so anders wahrnehmen als andere dies tun, nicht viel mehr unserer Individualität zuzuschreiben als einer Brille die alles negative ausblendet?
Wir alle nehmen unsere Umwelt anders wahr und wir alle sehen andere Aspekte einer Person und beurteilen diese anders. Wenn wir uns in eine Person verlieben, so nicht weil wir gewisse Aspekte an ihr nicht sehen sondern deshalb weil wir sie so wahrnehmen wie wir sie individuell eben wahrnehmen. Auch die negativen Aspekte würden wir nach noch so langer Analyse zwar zur Kenntnis nehmen aber nicht anders beurteilen als wir es zu Beginn der Beziehung getan haben. Eine Analyse würde uns nicht im geringsten daran hindern eine Beziehung zu wagen. Eine Beziehung einzugehen ist immer ein Wagnis, aber unsere Gefühle lassen sich mit Logik nicht abschalten. und auch nicht durch die Warnungen unserer Freunde und Familie.
Uns allen würde es besser gehen, wenn wir eine Gescheiterte Beziehung nicht als Fehlschlag sehen würden, sondern voll als Gelegenheit anerkennen würden, mehr über uns, unsere Bedürfnisse und unsere Persönlichkeit zu lernen. Denn jede gescheiterte Beziehung hilft uns, besser zu verstehen, was wir brauchen um in glücklich zu sein und wir können in der Auseinandersetzung mit der Beziehung lernen, wie wir dies beim nächsten Mal umsetzen können.
Anstatt Gründe zu akzeptieren, warum die Person die wir einst geliebt haben von vorne herein nicht die richtige war und unsere Liebe nicht verdient hat wäre es eine bessere Investition in unser Glück, uns an die Gründe zu errinnern, welche diese Liebe am Anfang überhaupt zustande gebracht haben. wenn wir die Person in erinnerung behalten können, wie wir sie am Anfang wahr genommen haben, können wir sie immernoch lieben und sie los lassen und die Beziehung verarbeiten, wenn wir uns einfach eingestehen dass es nicht hatte sein sollen – das das aber niemandes Schuld ist.
Auch die Wahrnehmung der Freunde und Familie ändert sich mit der zeit und man glaubt schnell, dass man schon immer so gedacht hat – dem ist aber selten so.
Beziehungen gehen fehl, aber jedes Ereignis öffnet die Tür zu tausend Möglichkeiten wenn wir daran wachsen.
Ich glaube nicht daran ,das andere Personen,Freunde,bzw,angebliche Freunde,sich in eine Beziehung mit einmischen sollten.Auch dort ist klare Abgrenzung gefragt.Es soll ja Menschen geben,die ersteinmal,weil sie unfähig sind zu denken,für sich selbst,
wozu haben wir unser Gehirn?!,ihre Ersatzmuttis und Ersatpapis um Erlaubnis fragen,oder sich ständig bestätigen lassen müssen,um von einer Abhängigkeit,sich in die nächste transportieren zu lassen.Es gibt viele ,aus meiner eigenen Erfahrung auch heraus,angebliche Freunde,die auch vor Neid zerfressen sind,um genau diese Beziehung,die sie ja so bemängeln.Ich traue vielen Menschen nicht,und schon gar keinem Hobbyguru oder Hobbyfreund,der weiß,wie es gemacht wird(Beziehungsfragen klären).Beziehung sind heilig,und da ich gläubig bin,bin ich der Meinung,das gerade als “wahrer Freund”,du besser helfen kannst,wenn du einfach zuhörst und vertraust darauf,das die Person,die richtige Entscheidung treffen wird.Danke.
Und bevor ich es vergesse,immer kämpfen um den Menschen den man liebt.Weil der kürzese Weg,meiner Meinung nach,den ja soviele gehen,ist nicht der Beste.Danke
Hallo Kenzo
Danke für deine Antwort. Ich meine auch nicht, dass wir uns auf die Urteile der Freunde, Verwandten und der “angeblichen Freunde” stützen sollten, wenn wir uns dafür entscheiden, jemanden zu lieben.
Ich meine aber, dass wir uns nicht zu schade sein dürfen, anderen zu zu hören. Nein, im Gegenteil. Wir sollten die Meinung der anderen immer anhören und danach entscheiden, was wir davon halten. Es gibt neidische Menschen welche versuchen, eine Beziehung anzugreifen. Und es gibt auch Leute, welche einfach immer seltsame Tipps geben, welche garantiert nicht hinhauen.
Aber diese Leute, welche ich gemeint habe, haben ihre Äusserungen sicher nicht so gemeint. Sie haben einfach Fragen gestellt oder während der Beziehung gar nichts gesagt. Erst im Nachhinein haben sie vorsichtig angedeutet, dass sie dieses oder jenes schon gewusst haben. Es ist einfach INTERESSANT, dass aussenstehende, egal wie nahe sie einem selbst stehen, oft doch nicht so falsch liegen und eine Person oft besser einschätzen können als diejenigen, welche diese Person geliebt haben oder immer noch lieben.
Mir war das Urteil der anderen immer egal während der Beziehung selbst. Aber eben, im Nachhinein realisierte ich, dass gewisse Dinge doch nicht so abwegig waren.
Ich habe gekämpft, sehr lange sogar. Aber an einem gewissen Punkt war es aussichtslos und ich musste einen Weg finden, abzuschliessen. Und da haben mir die vielen Gespräche mit Freunden sehr geholfen.
Grüsse
Protostomia
kämpfen muss man,das ist gut so. Aber viele heute versuchen wenn es klemmt den kürzesten Weg zu gehen und meinen mit dem nächsten Partner wird alles besser und stürzen sich in die nächste Krise, anstatt sie zu überwinden. Oft ist Geld auch im Spiel, weil das heutzutage oft knapp ist
ja,das ist oft so..
Die Wahrheit ist doch,das wir die Antworten in uns selbst tragen.
Versteh mich bitte nicht falsch,wir leben in einer Demokratie,es ist jedem Frei,Gott sei Dank,seine Meinung zu äußern,ich hatte deinen Artikel durch Zufall gelesen,und er berührte zugleich,meine eigene Thematik in mir,nach meiner Trennung.
Alles Liebe..