Avatar

Eine Lobrede auf die Vorstellungskraft des Menschen und die (daraus resultierende?) Technologie

Soeben war es mir vergönnt, den Film “Avatar” sehen zu dürfen. Leider nicht in 3D, aber dennoch bin ich begeistert, ja teilweise sogar überwältigt. Der Film strotzt neben technischer Perfektion und filmischer Innovation auch von absoluter Schönheit und starken Emotionen.

Im Prinzip dreht sich die Handlung darum, wie ein Querschnittgelähmter Navy-Soldat namens Jake Sully auf den Planeten Pandora geschickt wird, um dort den Avatar seines verstorbenen Bruders zu lenken. Ein Avatar ist die Nachbildung eines auf Pandora einheimischen Hominoiden Lebewesens namens “Na’vi” auf der Basis menschlicher DNA. Der DNA-Spender kann diesen Avatar steuern und sich frei damit bewegen. Menschen können in der feindlichen Atmosphäre und in der grausamen Natur von Pandora nicht ohne Atemschutz und technische Schutzmassnahmen überleben.

Obwohl die Avatare eigentlich für einen wissenschaftlichen Zweck (=die Erforschung der Fauna und Flora) erschaffen wurden, erhält Jake von den militärischen Befehlshabern den Befehl, die Na’vi dazu zu bringen, ihren angestammten Lebensraum zu verlassen, damit die “Himmelsmenschen”, wie sie von den Na’vi genannt werden, die wertvollen Erzvorkommen unter dem “Baum des Lebens” abbauen können.

Jake gelingt es, sich in den Clan einzuschleusen und wird dort in die Bräuche der Na’vi eingeführt. Er lernt, mit der feindlichen Natur in Einklang zu leben, Tiere zu reiten oder zu fliegen oder sich mit dem den ganzen Planeten durchwebenden Geist der Natur zu verbinden. Dies können die Na’vi mittels eines speziellen Auswuchses am Kopf. Sie können sich damit mit Tieren oder Pflanzen verbinden und diese “lesen und benutzen”.

Mir gefällt eigentlich genau diese Idee und ihre Umsetzung am besten vom ganzen Film. Man stelle sich eine globale Co-Evolution aller Lebewesen vor, nach deren Verlauf am Ende ein jedes Lebewesen mit dem anderen eine physische Verbindung herstellen kann. Die Fauna und Flora von Pandora sind mit einer ausserordentlich herausragenden aber denoch vollkommen konsistent kondensierten Phantasie entworfen. Der Film selbst ist eine Hommage an die Natur, die Schönheit, die Liebe und die zerstörerischen und sinnlosen Verhaltensweisen einer Art, welche nichts begreifen kann und will und im Glauben lebt, sich alles nehmen zu können, was sie will. Welche Art dies wohl sein könnte, darf jeder selbst herausfinden (Auflösung).

Je länger der Film dauert, desto besser beginnt man zu verstehen, warum diese vollkommen am Computer entstandene Produktion die wohl teuerste (aber wohl auch einträglichste) Produktion seit Erfindung des Films ist! Von mir definitiv eine 10 von 1o!

Und hier noch den offiziellen Weblink zur Internetseite des Films, Trailern, Postern usw.: www.avatarmovie.com

4 Antworten zu „Avatar“


  1. 1 Nick S. 28. Dezember 2009 um 10:43

    Kann dir nur zustimmen, war auch absolut begeistert von Avatar! Unbedingt noch in 3D schauen gehen, James Cameron setzt in diesem Bereich neue Massstäbe.

    • 2 protostomia 28. Dezember 2009 um 11:02

      Ja, bin ihn zwei Tage darauf noch in 3D schauen gegangen: Absolut fantastisch!

      Neue Massstäbe ist schon fast untertrieben. Man merkt, dass der Film als 3D-Film geplant und vollständig umgesetzt wurde.

      Ich war hin und weg…


  1. 1 2009 – Ein kurzer Rückblick « A Protostomian View of the World Trackback zu 31. Dezember 2009 um 11:43
  2. 2 Avatar – Speziesismus, Rassismus, Gesellschaftskritik, ökologisches Bewusstsein und Geschichtsverarbeitung? « A Protostomian View of the World Trackback zu 7. Januar 2010 um 13:45

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